Was ist passiert? Die Faktenlage aus Wien
Das Landeskriminalamt Wien (LKA) hat in den vergangenen Jahren mehrfach vor einer Einbruchsserie gewarnt, bei der Täter Salpetersäure verwenden, um Türschlösser zu zersetzen und so unbemerkt in Wohnungen einzudringen. Betroffen waren laut Berichten unter anderem Bezirke wie Landstraße, Meidling, Leopoldstadt, Brigittenau und Floridsdorf. Nach dem Eindringen ziehen die Täter die Tür meist wieder ins Schloss und flüchten mit der Beute – wodurch der Einbruch oft erst durch aufmerksame Nachbarn oder beim nächsten Türöffnen entdeckt wird.
Interessant ist die Einschätzung der Polizei selbst: Die Methode ist langsam (bis zu einer Stunde Einwirkzeit), riecht auffällig und die verwendete Säure ist nicht ohne Weiteres erhältlich. Trotzdem hat sie sich als eigenständige, wiederkehrende Masche in Wien etabliert – ein Hinweis darauf, dass auch ungewöhnliche Angriffsarten in der Praxis vorkommen und beim Thema Einbruchschutz mitgedacht werden sollten.
So erkennen Sie einen Säureangriff am Schloss
Die Polizei rät zu folgendem Verhalten, wenn Sie Auffälligkeiten an Ihrem Türschloss feststellen:
- Sichtprüfung: Verfärbungen, Korrosionsspuren oder eine Flüssigkeit am oder im Schließzylinder sind ein Warnsignal
- Kein direkter Hautkontakt: Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit einer am Schloss vorgefundenen Flüssigkeit – es kann sich um ätzende Salpetersäure handeln
- Bei Hautkontakt: die betroffene Stelle sofort mit klarem Wasser spülen, keine Seife oder andere Zusätze verwenden
- Polizei verständigen: Auffälligkeiten am Schloss umgehend der Polizei melden, auch wenn (noch) nichts gestohlen wurde
Warum klassische Schließzylinder hier an ihre Grenzen kommen
Herkömmliche Sicherheitsmerkmale bei Schließzylindern – etwa Bohrschutz, Ziehschutz oder Schlagschutz – sind gegen mechanische und Werkzeug-Angriffe ausgelegt. Eine chemische Einwirkung auf den Zylinder ist in den gängigen Prüfnormen für Schließzylinder kein Standardkriterium. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf das Gesamtsystem der Tür statt nur auf den Zylinder allein.
So schützt eine BULL Sicherheitstür das Schloss zusätzlich
Bei BULL Sicherheitstüren ist der Sicherheitszylinder nicht frei zugänglich, sondern Teil eines mehrschichtigen Schutzkonzepts:
- Schutzbeschlag: Der massive Sicherheitsbeschlag umschließt den Zylinder und verhindert freien Zugang von außen
- Hochwertiger Sicherheitszylinder: mit Aufbohr-, Kernzieh-, Abtast- und Pickingschutz als Standardausstattung, ohne Aufpreis
- Mehrfachverriegelung: Je nach Modell verriegelt die Tür an 9 bis zu 42 Stellen über die gesamte Türhöhe – das erhöht den allgemeinen Widerstand gegen Aufbruchversuche zusätzlich zum Schutz des Zylinders
- ÖNORM B5338- und VSÖ-Zertifizierung: Das gesamte System aus Türblatt, Zarge und Schloss wird unabhängig geprüft
Entscheidend ist dabei vor allem der Schutzbeschlag: Da er den Zylinder vollständig umschließt, ist ein direkter, gezielter Angriff auf den Zylinder von außen erheblich erschwert – unabhängig davon, mit welcher Methode versucht wird, ihn zu manipulieren.
Spezialschutz gegen Säureangriffe: Was zusätzlich möglich ist
Für Bewohner, die sich angesichts der aktuellen Vorfälle zusätzlich absichern möchten, gibt es am Markt spezialisierte Beschläge, die gezielt gegen chemische Angriffe wie Salpetersäure entwickelt wurden – etwa die GEMINY-Sicherheitsbeschläge des deutschen Herstellers DRUMM. Laut Herstellerangabe sind diese Beschläge in eigenen Labortests besonders widerstandsfähig gegen den Einsatz von Salpetersäure.
Bei BULL Sicherheitstüren ist dieser Spezialbeschlag nicht Teil der Standardausstattung, auf Wunsch jedoch gegen Aufpreis erhältlich. Sprechen Sie uns bei Ihrer Beratung gezielt darauf an, wenn Sie in einem aktuell betroffenen Bezirk wohnen oder zusätzlichen Schutz gegen diese spezielle Angriffsart wünschen.
Was Sie als Bewohner in Wien jetzt tun können
- Prüfen Sie Ihr aktuelles Schloss auf sichtbare Beschädigungen oder Verfärbungen
- Achten Sie auf einen Schutzbeschlag, der den Zylinder vollständig umschließt
- Setzen Sie auf ein zertifiziertes Gesamtsystem statt auf einen einzelnen, isolierten Schließzylinder
- Informieren Sie Nachbarn und Hausgemeinschaft, besonders wenn es in Ihrem Bezirk bereits Vorfälle gab
- Bei einer Nachrüstung oder einem Austausch: lassen Sie sich zur Widerstandsklasse RC3 oder RC4 beraten
Zertifizierte Sicherheit aus Österreich
Bei Schmidtschläger gehen wir keine Kompromisse ein. Alle unsere BULL Sicherheitstüren sind nach ÖNORM B5338 zertifiziert und zusätzlich VSÖ-geprüft. Das garantiert Ihnen, dass nicht nur der Zylinder, sondern das gesamte System aus Türblatt, Zarge und Schloss unter realen Bedingungen von unabhängigen Instituten getestet wurde.
FAQ – Ihre Fragen zu Säure-Einbrüchen und Türsicherheit
Ein hochwertiger Sicherheitszylinder ist ein sinnvoller Zusatz, ersetzt aber keine stabile Sicherheitstüre. Wenn das Türblatt dünn ist oder die Zarge nachgibt, hilft auch der beste Zylinder wenig. Das Gesamtsystem aus Tür, Zarge, Beschlag und Schloss muss stimmen.